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Das Gold des Waldes [Teil 2 - Rezept Harzsalbe / Pechsalbe]

Ihr möchtet selbst Pechsalbe herstellen, aber wisst nicht wie? Hier gibt's das Rezept.


 

Wie erkenne ich eine Fichte?


Harzsalbe wird auch Zugsalbe genannt, was uns bereits etwas über die Verwendung sagt - Traditionelle Einsatzgebiete sind Schnittwunden und Schürfwunden. Auch die heutige Wissenschaft bewies eine Wirkung bei schlecht heilenden Wunden (siehe Teil 1 - Wissenschaft hier im Blog).


Außerdem zeigt Harzsalbe antibakterielle Effekte, wenn eine ausreichend hohe Konzentration an Harz in der Salbe verwendet wird (siehe auch hier Teil 1 im Blog).


Welches Harz wird gesammelt?


Für die Herstellung von Harzsalben oder Pechsalben wird Harz der Nadelbäume, also von der Fichte, Tanne oder Lärche, genutzt.

Wie erkenne ich eine Fichte?


Harz findet ihr vor allem an größeren und somit bereits älteren Bäumen. Die Borke der Fichte ist in oft rötlich-braun oder auch kupferbraun und es biegen sich Schuppen ab (siehe Bild).


Als ein weiteres Erkennungsmerkmal der Fichte könnt ihr euch mal auf dem Waldboden umsehen. Liegen dort lange (10 - 16 cm) Zapfen auf dem Boden? Die Zapfen hängen bei der Fichte herunter und fallen im Ganzen ab. Anders als bei der Tanne. Deren Zapfen stehen aufrecht auf den Zweigen und die Zapfen fallen nicht als Ganzes vom Baum, sondern die Tanne wirft einzelne Schuppen ab.



Achtung! Das was bei Kirschbäumen oder Aprikosenbäumen manchmal aussieht wie Harz ist in Wirklichkeit kein Harz, sondern sogenannter "Gummifluss". Dieser hat eine andere chemische Zusammensetzung wie das Harz von Nadelbäumen und findet keine Verwendung für unsere Pechsalbe.


Nun aber wieder zurück in die Nadelwälder;)

Der Baum bildet das Harz nicht für uns Menschen, sondern um sich selbst zu schützen. Ist ein Baum verletzt, tritt über die Harzkanäle des Baumes Harz nach außen, um den Baum vor unerwünschten Eindringlingen zu schützen. Das bedeutet, dass wir beim Harzsammeln diese Wunde natürlich nicht wieder aufreißen sollten. Außerdem sollte dem Baum auch keine zusätzlichen Wunden angetan werden, um an Harz zu kommen. In der Regel gibt es genügend Harz an den Bäumen, vor allem wenn sie schon etwas älter und groß sind.


Gesammelt wird nur das, was der Baum nicht mehr braucht. Ist das Harz der Fichte oder Tanne noch weich, solltet ihr nichts davon nehmen. Gesammelt wird somit das bereits ausgehärtete Harz. Dieses enthält auch einen geringeren Wassergehalt und die Harzsalbe ist somit weniger anfällig für Schimmel. Das Sammeln kann auch mit einem kleinen Messerchen gemacht werden, indem das Harz vorsichtig abgeschabt wird (ohne natürlich dabei eine neue Wunde zu machen). Für das Sammeln verwende ich gerne ein Schraubglas, da das Harzsammeln doch eine recht klebrige Angelegenheit ist.


Tipp: Wenn ihr das Harz wieder von euren Fingern los bekommen wollt, einfach etwas Öl auf die Hände träufeln und zerreiben. Danach wie gewohnt Hände waschen;)




Rezept und Zubereitung


Zutaten


30 Gramm Harz der Fichte / Tanne (festes Harz, nicht direkt von der Wunde des Baumes entnommen!!)


80 g Olivenöl (oder 40 g Olivenöl und 40 g Mandelöl)


8 g Bienenwachs


2 EL getrocknete Ringelblumenblüten


Zubereitung


In ein sauberes, großes, hohes Glas (Ich nehme in der Regel ein altes Schraubglas von Rotkohl oder Essiggurken) gebt ihr das Olivenöl zusammen mit dem Harz und den getrockneten Ringelblumenblüten hinein.


Das Schraubglas mit den Inhalt wird nun in ein Wasserbad gestellt (nicht zu stark erhitzen, sonst gehen wichtige Inhaltsstoffe verloren) und so lange erwärmt, bis sich das Harz aufgelöst hat.


Ich erwärme das Olivenöl-Harz-Gemisch meist auf einer kleinen Flamme im Wasserbad, sodass kontinuierlich eine leichte Wärme abgegeben und das Wasserbad nicht zu heiß wird (siehe Bild).


Das Harzöl wird nun durch ein dünnes Tuch / Teefilter (alte, dünne Baumwollkleidung geht auch) in ein neues Schraubglas gefiltert, um die Rindenteile und Ringelblumenblüten abzufangen.


Nun wird Bienenwachs im Wasserbad erhitzt, bis es geschmolzen ist und im Anschluss wird das saubere Harzöl dazugegeben und noch kurz gut umgerührt. Die noch flüssige Harzsalbe kommt in saubere, zuvor heiß ausgewaschene und trockene Tiegel. Die Tiegel bitte erst am nächsten Tag, wenn die Harzsalbe kalt ist, schließen. Ansonsten bildet sich Kondenswasser und die Salbe kann schimmeln. Die Tiegel mit Datum und Inhalt beschriften. Fertig;)


Haltbarkeit


Die Harzsalbe ist etwa ein Jahr nach Erstellung haltbar. Am Besten ihr schreibt das Datum mit auf den Tiegel;)


Disclaimer


Die in diesem Artikel genannten Rezepte, Anwendungsvorschläge, Angaben und Inhalte wurden sorgfältig recherchiert und sind nach aktuellem Wissensstand verfasst worden, dennoch sind die Angaben ohne Gewähr. Es handelt sich bei den Rezepten und Anwendungsvorschlägen um überlieferte Empfehlungen der Volksheilkunde. Die gemachten Angaben stellen keinen Anspruch auf Vollständigkeit und oder der Richtigkeit im schulmedizinischen Verständnis. Die hier verwendeten, natürlichen Zutaten können bei Menschen Allergien, Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten auslösen, da jeder Mensch anders auf die Inhaltsstoffe reagieren kann. Sollten Beschwerden auftreten, sollte unmittelbar ärztlicher Rat eingeholt werden. Die Anwendung von Heilpflanzen und Wildkräutern ersetzt keinen Besuch beim Arzt und sollte vorab mit einem Arzt geklärt werden. Die Autorin haftet nicht für eventuelle Schäden und/oder Nachteile, die aus den hier vermittelten Anregungen stammen.


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